Wie hängen Bildkreis, Sensorgröße und Verwackeln zusammen?

(19.02.2017 frisch überarbeitet) Ich habe wieder eine Antwort auf eine Leserfrage in meinem kostenlosen Fotolehrgang im Internet veröffentlicht. Es geht dabei um die unterschiedlichen Objektivtypen, unterschiedlichen Sensorgrößen und ihre Auswirkung auf das Problem des Verwackelns.
Hier eine kurze Zusammenfassung, den Link zur langen Version gibt es am Ende des Textes.

  • Objektive für unterschiedliche Film- oder Sensorformate müssen für den jeweiligen Zweck einen ausreichend großen Bereich, den sogenannten Bildkreis ausleuchten.
  • Je kleiner der jeweilige Sensor, desto kleiner darf der Bildkreis sein.
  • Ist der Bildkreis groß, kann das Objektiv natürlich auch an einer Kamera mit kleineren Sensor verwendet werden (wenn es mechanisch passt).
  • Umgekehrt führt das Objektiv mit kleinerem Bildkreis am großen Sensor dagegen zu Abschattungen an den Bildrändern, das Objketiv vignettiert.
Illustration zum Thema Bildkreis

Das kreisrunde Objektiv erzeugt einen kreisrunden Bildkreis.

Illustration zu "Der kleinere Sensor erfasst aus dem großen Bildkreis nur einen Ausschnitt "

Der kleinere Sensor erfasst aus dem großen Bildkreis nur einen Ausschnitt

Bildkreis und Sensorgröße

  • Der im Bildkreis sichtbare Bildwinkel wird von der Brennweite des Objektives bestimmt.
  • Kurze Brennweiten geben große Bildwinkel wieder (Weitwinkel, rausgezoomt), lange Brennweiten bei gleichem Bildwinkel dagegen kleine (Tele/Fernobjektiv/rangezoomt).
  • Ein kleinerer Sensor kann aus dem Bildwinkel eines Objektivs mit großem Bildkreis nur einen Teil erfassen. Dadurch erfasst er auch nur einen Teil des großen Bildwinkel, also einen kleineren Bildwinkel. Er zeichnet deshalb trotz des großen Bildwinkels des Objektivs nur einen kleineren Bildwinkel auf.
  • Um diesen kleineren Bildwinkel mit einem größeren Sensor aufzunehmen, müsste das dafür dann verwendetete Objektiv mit dem größeren Bildkreis eine längere Brennweite haben. (Um den Faktor länger, um den der größere Sensor größer als der kleinere ist.)
Illustrationzu "Der kleinere Sensor zeigt nur einen engeren Bildwinkel"

Der kleinere Sensor rechts zeigt trotz gleichen Objektivs einen engeren Bildwinkel (hier auf gleiche Bildgröße vergrößert)

Verwackeln

  • Die Auftreten der Verwacklung ist von der Brennweite abhängig, längere Brennweiten bilden nicht nur Motivdetails, sondern auch das Verwackeln größer ab. Grenzwert-Daumenregel:
    Zeiten meiden die länger sind als der Kehrwert der Brennweite in Sekunden. (Beispiel: 60mm Brennweite -> nicht länger  1/60stel sekunde).
  • Wenn der Sensor kleiner ist, muss das Bild für ein bestimmtes Endformat stärker vergrößert werden. Dadurch wird das Verwackeln ebenfalls vergrößert und deutlicher sichtbar. Zur Berechnung der längsten möglichen Zeit muss man die Brennweite vorher mit Vergrößerungsfaktor („Cropfaktor“) multiplizieren. (Beim häufig anzutreffenden APS-C großen Sensor bedeutet das zum Beispiel 60mm *1,5 = 90 -> 1/90stel als längste Zeit bei 60mm Brennweite.)

Dies ist nur die Kurzfassung einer Antwort auf eine Leserfrage in meinem kostenlosen Fotolehrgang im Internet. Die lange Version gibt es unter:
Wie hängen Brennweite, Sensor und Verwacklung zusammen?

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An der Stelle darf ich vielleicht noch ein bisschen Eigenwerbung machen:
Diese Themen Brennweite, Crop- Faktor, Sensorgröße, Verwacklung, Auswirkung der Brennweite auf die Bildgestaltung etc. sind ein wichtiger Teil meiner
Fotokurse zu den Grundlagen der Fotografie, die ich an der Fotoschule-Ruhr.de im Bereich Grundlagenkurse anbiete.

/ 11. Sep 2017

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